Kilometro Zero

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2014/06/22 von Jörn

Lago Titicaca

Ein Fazit über Peru erspare ich mir an dieser Stelle, das gibt es dann nach der zweiten Etappe. Aber Eines ist klar: landschaftlich und kulturell, egal ob Inka oder älter, hat Peru einige Highlights zu bieten und ist auf jeden Fall einen weitern Besuch wert. Nur die Städte lassen meist wenig Begeisterung aufkommen und auch am Titicaca-See hat Peru lediglich den langweiligen Anteil. Juliaca sieht aus wie Beirut an einem besonders schlechten Tag und auch in Puno kann mich nichts wirklich halten. So fahre ich mit nur

Copacabana

Copacabana

kurzen Stopps weiter bis zur bolivianischen Grenze bei Copacabana. Im Gegensatz zum bekannten brasilianischen Badeort befindet sich das bolivianische Pendant jedoch auf 4000müNN, so ist an lässiges Plantschen überhaupt nicht zudenken und selbst das sonstige Beachlive kommt nach Sonnenuntergang sehr schnell zum erliegen. Zahllose Hotels und Unmengen von Tretbooten warten auf Kundschaft, doch derzeit ist Winter, ist ein Platz in einem Restaurant mit Ofen deutlich angesagter.

Daniel und sein Kilometer Null

Daniel und sein Kilometer Null

Glücklicherweise finden wir einen solchen, und was für einen. Wenn es einen One-Stop für Musik, Moppeds und Mangiare in Copacabana gibt ist es das „KM 0“: hier wird mit Hingabe gekocht (zB die einzigen al-dente Spaghetti auf der ganzen Reise!), Rockgrößen grüßen von der Wand und aus denn Boxen, oft gibt’s Live-Musik (meist gut und IMMER unterhaltsam) und die -ausgesprochen sympathischen- Besitzer parken ihre Motorräder IN der Kneipe. Übernacht wird der KM-Null zu unserem Wohnzimmer in Strandnähe 🙂 . Doch die trotz der frischen Temperaturen hektische

Die maurische Kirche..

Die maurische Kirche..

Betriebsamkeit in Copacabana hat ihren Grund. Nicht nur die schwarze Madonna (Copacabana ist ein wichtiger Wallfahrtsort und man kann hier jeden Samstag sein Fahrzeug mit Bier segnen lassen!) lockt die Massen an, auch befindet sich hier der Fährhafen zur Isla del Sol, einem Inselchen dem man Außergewöhnliches nachsagt.

Hier soll Inti höchstpersönlich aus den Fluten gestiegen, das gesamte Universum (und die Kartoffel) erschaffen und dann seine beiden Kinder als erste Inka abgesetzt haben.

Isla del Sol

Isla del Sol

Doch steht man selbst auf dem Eiland und führt den Blick einmal im Kreise kann man die Weltsicht der Inkas durchaus verstehen: an der Stelle gelegen die den See in zwei Teile trennt, hinter dem zerklüfteten Ufern die Ebene des Altiplano, auf einer Seite versinkt die Sonne gleißend im endlos scheinenden Wasser und bescheint dabei die schneebedeckten Gipfel des Andenhauptkamms auf der anderen. In der den Inkas bekannten Welt war dieser Ort wirklich einmalig, und diese Magie kann man heute noch spüren. Am besten natürlich bei einer Wanderung entlang der Insel (der Hike von Nord nach Süd ist in nur 3h locker machbar) und einer anschließenden Flasche Wein (in BOL gibt es endlich wieder bezahlbaren Roten) auf einer Terrasse hoch oben auf einem der Bergrücken.

Abendstimmung mit....

Abendstimmung mit….

Aber mindestens eine Übernachtung auf der Isla sei nicht nur wegen Sonne und Wein empfohlen. Zwar hat das Inselchen seit fünf Jahren einem Anschluss an das öffentliche Stromnetz aber immer noch keine Strassen! Das einzige was die Nachtruhe des müden Wanderers hier stören kann sind nicht die in Lateinamerika allgegenwärtig endlos laut blökenden Alarmanlagen des heiligen Blechles, sondern ganz alleine die Rufe der Esel und das Grunzen der Schweine… und das ist wirklich magisch!

 

Der große Frieden?

Sieben Fakten über La Paz, dem höchsten Regierungssitz der Welt:

  • La Paz heißt „Der Frieden“ (obwohl es hier alles andere als friedlich zugeht)
  • Ist nicht Hauptstadt (das ist Sucre)
  • Schuhputzer sind vermummt (der Job ist vielen peinlich)
  • Je höher man wohnt desto ärmer ist man (die guten Viertel sind im warmen Talgrund)
  • An Zebrastreifen stehen hier Zebras (und helfen beim Überqueren der ampellosen Übergänge)
  • Fußball ist sehr umstritten (wegen der Höhe möchte keine ausländische Mannschaft hier spielen)
  • Es gibt KEINE McDonalds-Filialen (die wurden nach anhaltender Erfolglosigkeit geschlossen)

 

Anhalten, Luft holen, das Panorama ist wirklich einmalig

Anhalten, Luft holen, das Panorama ist wirklich einmalig

Angeblich polarisiert La Paz, man kann es entweder nur lieben oder hassen. Die Lage ist wirklich außerordentlich, ja; sieben schräge Tatsachen, auch ja; hassen nein, aber mögen tue ich La Paz auch nicht wirklich. Da hat Bolivien noch deutlich Reizvolleres zu bieten…

Fotos vom höchsten See der Welt gibt es unter: https://moppedrun.wordpress.com/aussichten/bolivien/

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