Isaac und ich

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2014/05/30 von Jörn

„Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Translation, sofern er nicht durch einwirkende Kräfte zur Änderung seines Zustands gezwungen wird.“

Sir Newton hat in seinem ersten Gesetzt schon anno 1687 ein mechanisches Prinzip deklariert, das mir scheint als würde es heute auch für mein Reisefieber gelten. Rolle ich möchte ich nicht anhalten, bin ich stationär möchte ich nicht weiterziehen müssen…  Nach mehr als sieben Monaten beständiger Wanderschaft sind meine Akkus ziemlich leer, im Gegensatz dazu die elektrisierende Anziehungskraft Perus obgleich umso größer, das Reisen leicht und schwer zugleich.

 

Chavinismus

Auf dem Weg nach Chavin

Auf dem Weg nach Chavin

Auf der jenseitigen Flanke der C.Blanca locken die Ruinen von Chavin (noch eine Empfehlung von Clara), aber schon die Anfahrt über den Kaihus mit seinem Gipfeltunnel ist so fesselnd das ich immer wieder anhalte, die BMW stehen lasse, ein Stück abseits wandere, die Kamera zücke. Als ich von einem solchen Abstecher zurück zur BMW laufe entdecke ich dort zwei orange Flecken. Bei näherer Betrachtung sind dies aber eher zwei geparkte orange Kräder nebst Fahrer.

auf zwei mal China@venture. Kaum Zubehör ;-)

auf zwei mal China@venture. Kaum Zubehör 😉

Die beiden Bier stellen sich als Kanadier heraus, aber die Bikes sind weder aus Österreich, geschweige denn „ready-to-race“. Vielmehr sind die orangen Klekse luftgekühlte 200 Kubik-„Adventures“ aus chinesischer Produktion, hier lokal gekauft und zugelassen und gerade auf großer Peru-Tour. Auch ein nettes Reisekonzept, ein wenig kurios finde ich nur die Tatsache dass alleine die (von zuhause mitgebrachten) Klim- und Rukka-Klamotten der Fahrer wohl den Neuwert der Untersätze weit übersteigen, ganz zu schweigen von den unzähligen zusätzlich montierten Gadgets. Aber die Beiden sind

Auf dem Weg nach Chavin

Auf dem Weg nach Chavin

sympathisch und ich mag ja schräge Typen, so verbringen wir beträchtliche Zeit mit Benzingesprächen und Routentipps. Als die Beiden „endlich“ weiterziehen ist es schon so spät am Nachmittag, das für den Ausflug nach Chavin keine Zeit mehr bleibt. Ich habe die letzten Tage allerdings schon soviel Schönes gesehen und erlebt dass ich nun umdrehen und den reizenden Callejon ganz ohne Bedauern endgültig den Rücken kehren und Richtung Großstadt aufbrechen kann.

 

Den Boden verlieren

BMW Peru: perfekte Symbiose zwischen peruanischer „Pünktlichkeit“ und deutscher Gründlichkeit 😀 . Kleiner Hinweis für Biker: bei Vorbestellung sind hier Heidenaus in den gängigen Größen verfügbar!). Ich hatte nicht vorbestellt, so gab es später für mich bei Honda (Desert Race) für nur 40 € nen Pirelli Scorpion, nicht optimal, aber günstig und auf Lager. Endlich kein Shimmy mehr beim Bremsen 🙂 . Als Versorgungsstützpunkt ist Lima sicher besser als La Paz. So weit so gut.

Miraflores ist nicht Lima

Miraflores ist nicht Lima

Aber der Verkehr! Einige Lateinamerikanische Millionenstädte sind auf dieser Reise ja schon durchquert worden, keine war so chaotisch und anstrengend wie Lima, selbst außerhalb der Stoßzeiten. Drängeln sonst eventuell LKW oder Busse (oder beide) sind hier, wie in ganz Peru, viel zu viele Privatfahrzeuge unterwegs, und das rücksichtslos. Für Zweiräder ist die Stadtautobahn eigentlich tabu, aber nach zwei durchschwitzten Stunden mit viel Stopp & wenig Go setzt eine gnädige Zweckignoranz ein und die nächstgelegene Auffahrt wir geentert. Die Cops stehen meist Rechts und erwarten keine Moppeds auf der linken Spur, so kommt man, solange man sich schön auf der Fastlane hält und die Scheuklappen nicht abnimmt, in nur 15 Minuten durch die halbe Stadt und plötzlich doch noch zum unerreichbar geglaubten Ziel 😉 . Ignorance IS bliss!

Ganz im Gegensatz zum Verkehr zeigt sich das Stadtbild in Lima/Miraflores extrem kosmopolitisch, das könnte überall sein, nichts deutet auf eine südamerikanische

öffentliche Pianos!

öffentliche Pianos!

Metropole hin. Nett ist es trotzdem. Parks (vor allem entlang der Steilküste, eine auffällige Menge Bibliotheken und Cafes mit Leseecken(!), öffentliche Pianos an vielen Plätzen, Viel Musik und Tanz, eine offensichtliche Gay-Community und das milde Wetter (ich habe Glück, eigentlich müsste der trübe Winter schon Einzug gehalten haben) lassen mediterranes Feeling aufkommen, man fühlt sich eher in Madrid, eher in Spanien als in Peru. Vielerorts läuft 80er Rock und den Metalfans kann ich die „Crypto-Bar“ ans Herz legen (nach 1oo Uhr nur noch durch die Hintertür zu betreten…. nicht das die Fronttür beschildert wäre 😉 ). Mann hat vielleicht nichts verpasst wenn man Lima nicht gesehen hat, ein angenehmer Aufenthalt für Besorgungen ist es aber allemal.

Halt! Eine Besonderheit hat Lima noch zu bieten, zumindest für die die nicht ständig fest mit beiden Beinen auf dem Boden stehen müssen. Paragliding geht hier ganzjährig quasi

schon steht die Hebefigur.

schon steht die Hebefigur.

vor der Haustür und so einfach wie sonst nirgends. Statt ewig langem Kurs (wie in Dland) gibt’s hier nur ca 12 Minuten Einführung – und schon kann’s losgehen! Der Trick: der Wind weht beständig aus immer der gleichen Richtung und man kommt weder allzu hoch noch allzu weit. Im Fall eines Falles ist unten dann auch alles Sand, und der is ja bekanntlich weich… kannalsoquasinixpassieren. 🙂 Fünf „Sprünge“ inklusive Rücktransport auf dem Quadbike schlagen mit lediglich 70 USD zu Buche, eine Weise der Blickwinkel-Änderung die man sich durchaus mal leisten sollte.

 

Bilder vom Weg zu und aus Perus Hauptstadt gibt’s unter: https://moppedrun.wordpress.com/aussichten/peru/

 

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