Valle Viejo

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2014/05/10 von Jörn

Baňos dient nicht nur als lokale Action-Kapitale sondern auch das Einfallstor zum Amazonasgebiet. Und angeblich soll sogar eine neue Strasse wieder aus dem Regenwald hinaus, quer durch den Sangay-NP bis nach Riobamba, führen. Dies wäre zwar ein kräftiger Umweg, aber auch eine äußerst spannende Runde. Doch leider verhindert, wie

Kein Hundeköttel, sondern lokales Lekkerfrühstück: Schweineglibber mit Röstzwiebel bei Knobi-Tomate auf Maiskräcker... ein Food-Foto darf doch sein, oder?

Kein Hundeköttel, sondern lokales Lekkerfrühstück: Schweineglibber mit Röstzwiebel bei Knobi-Tomate auf Maiskräcker… ein Food-Foto darf doch sein, oder?

könnte es anders sein, anhaltender Regen unseren Start. Bei unklaren Streckenverhältnissen nun loszufahren wäre doch ungeschickt (mir hängt die Fahrt nach Chugchilan noch in den Knochen) zu sehen gäbe es bei den tief hängenden Wolken eh wenig. Wir warten noch zwei Tage ab, verschieben dann aber den Ausflug zum Amazonas-Tiefland einfach auf nächsten Monat, nach Bolivien  (zur Info: die og Strecke existiert wirklich und ist inzwischen sogar durchgehend geteert). Wir eilen direkt Richtung Süden- Stefan hat „Termine“ und ein neuer Vorderreifen ist bei ihm auch bald fällig. Wir unternehmen einen langen Ritt bis nach Cuenca, bei dem wir wegen besagten Nebel/Regen-Gemisch leider herzlich wenig sehen. Was wir IN Cuenca sehen ist allerdings wirklich angenehm, nicht ohne Grund gilt es als die schönste Stadt in Ecuador. Die sicherste scheint es auch zu sein, müssen die Moppeds doch draußen parken und trotzdem sind morgens noch alle Teile an den Bikes 😉 . Die Reifenbeschaffung läuft erstaunlich schnell und problemlos, trotzdem bleibt nicht viel Zeit für Besichtigungen – schade!

Im Tal der Alten

Die PanAm schwenkt Richtung Guayaquil, wir fahren straight weiter nach Loja und lassen so den Verkehr hinter uns. Die Strecke windet sich als Kammstrasse durch Kiefernwälder. Das wirkt fast Europäisch, wenn nicht zu beiden Seiten die Blicke weit in

Letzter Blick auf die Anden

Letzter Blick auf die Anden

die Tiefe reichen würden… ich liebe Kammstrassen! Hinter Loja wird das Sträßchen noch eine Zacke spaßiger, wird ziemlich eng und abschüssig. Wir verlieren schnell an Höhe und kommen so in eine ganz spezielle Ecke Ecuadors, wir betreten das Tal der Alten. In und um Vilcabamba gibt es, und um die Gründe streiten sich die Gelehrten immer noch, die höchste Dichte Über-100-jähriger. Sei es die gute Luft, die gesunde Ernährung oder einfach die stressfreie Lebensweise in diesem vergessenen Winkel des Landes. Lange war die Gegend wegen Streitigkeiten mit dem Nachbarland eingekesselt, eine durchgehende Allwetterstrasse bis nach Peru gibt es selbst heute noch nicht, auch wenn die Grenze inzwischen passierbar ist (und man den Grenzer manchmal erst von Fußballplatz holen muss um die Schranke zu öffnen). Was auch immer der Grund für die hohe Altenquote sein mag, im Straßenbild sind tatsächlich überdurchschnittlich viele

Im Tal der Alten

Im Tal der Alten

Rentner zu sehen, Einheimische genau wie zugereiste Alt-Hippies. Aber auch die schöne Landschaft macht diese abgelegene Gegend zu einem beliebten Urlaubsziel und bringt dem Städtchen (mit nur vier Strassen, eine davon die „Allee der ewigen Jugend“ 😉 ) eine ungewöhnliche Dichte exotischer Restaurants und die wahrscheinlich höchste Bankomat-pro-1000-Einwohner –Quote ganz Südamerikas :-). Nun schießen die Grundstückspreise ins Blaue und die Alten sitzen in ihrem Jungbrunnen alleine weil die Jugend die sauteure (und saulangweilige) Gegend nach und nach verlässt. Auch wir wollen hier nicht allzu alt werden, allerdings sind nach drei Wochen Regen die Pistenzustände nicht optimal, die Schlammschlacht hinter LaBalza wollen wir uns sparen und wir versuchen uns über alternative Wege zur alternativen Grenzstation in Macara durchzuschlagen.

Danke Ecuador!

Danke Ecuador!

Aber hier in Ecuador ist die 1:3-Millionen-Michelin ausnahmsweise mal ausgesprochen akkurat und es gibt wirklich keine anderen Weg heraus aus dem Tal der ewigen Jugend. Irgendwann geben wir auf und kehren nach Loja, und damit auf die Hauptroute, zurück. Nun geht’s plötzlich ganz schnell, mit jedem verlorenem Höhenmeter wird der Himmel blauer, mit jedem Meter wird’s wärmer, mit jedem Meter nähern wir uns der Küstenwüste, mit jedem Meter weiter nähern wir uns mehr und mehr Peru…

 

Danke Ecuador!

Die Ecuadorianer sind im Allgemeinen wesentlich zurückhaltender als ihre nördlichen Nachbarn. Was ich anfänglich jedoch für Schüchternheit gehalten habe scheint aber eher eine würdevolle Gleichgültigkeit zu sein. Dachte ich anfänglich noch „was würde Ecuador nur ohne Galapagos machen“ (für das ja die allermeisten Touristen maßgeblich anreisen), denke ich inzwischen eher das Ecuador auch ganz gut ohne zu Recht kommen würde. Die Locals wissen was sie haben und müssen sich keinem anbiedern. Sie ruhen in sich selbst und akzeptieren den Touristen -Rummel, nehmen ihn halt fatalistisch hin. Es gibt keine Ablehnung, aber auch keinen Hype. Eigentlich ganz sympathisch.

Ecuador ist ganz sicher einen Besuch wert, bietet es Küste, Berge (Vulkane) und Dschungel auf kleinstem Raum und ist überschaubar genug sich bequem in 3-4 Wochen bereisen zu lassen. Auch findend sich hier auffallend viele Herbergen in denen sich wirklich gekümmert wird. Eine letzte kleine lokale Spezialität: der Hang Kreuzungen mit Skulpturen zu „verschönern“ ist hier noch weit ausgeprägter als in Kolumbien, nur hier sind die Plastiken eher vom naiven, kitschigen Typ, wirkt die lokale Kunst daher oft unfreiwillig komisch. Aber so kriegt man wenigstens auf den Strassen ab und zu etwas zu lachen 😉 .

Danke Ecuador für die tolle Zeit!

Letzte Bilder aus Ecuador unter https://moppedrun.wordpress.com/aussichten/ecuador-2/

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