Adios Nordamerika

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2013/11/24 von Jörn

Wir verlassen Mexico nach Süden, nicht ohne die scheinbar übliche Grenzkonfusion. Es gibt in Chetumal einen neuen, parallelen Grenzübergang, der nicht erst durch eine Freihandelszone, sondern auf direktem Weg nach Belize führt.

Lustige Ausreisekonztrolle

Lustige Ausreise-kontrolle

Beide sind geöffnet, aber nur an letzteren können wir unser TIP auslösen – was wir natürlich erst nach bereits erfolgter Ausreise am alten Übergang erfahren. Wir fahren also nun von der falschen, der Belize-Seite, an die neue Grenzstation heran um unsere Ausreise abzuschließen, aber die verständliche Konfusion der Grenzer lässt sich schlußendlich mit viel Gelächter wegdiskutieren. No problema.

Die Einreise auf der anderen, ein paar Km entfernten Seite geht auch sehr geradlinig, wenn auch nicht besonders schnell, weil tatsächlich die Einreiseformulare für die BMWs laaaaaangwierig von Hand ausgefüllt werden müssen. Doch danach sind wir fix eingereist und wollen die obligatorische Versicherung erstehen, doch leider gibt es vor Ort weder ATM noch eine Bank. Einzig hinter uns im Niemandsland sitzen ein paar Geldwechsler und warten auf Kundschaft. Also, nach kurzem Plausch mit dem Beamten, auf der EINreiseseite wieder RAUS, einen der Wechsler herbeigerufen und versucht die restlichen Pesos zu tauschen. Der aufgerufene Kurs ist recht fair, aber ein komisches Gefühl ist es schon einem zwielichtigem Typen ein Bündel Geldscheine über einen Grenzzaum zuzuwerfen und zu hoffen dass der Deal „seriös“ abläuft. Aber der Typ ist recht locker, wirft sein Bündel zuerst und es finden sich auch keine Blüten darunter. No problema.

Belize gehört, zumindest offiziell, bereits zu Mittelamerika. Kulturell ist das ehemalige Britisch Honduras allerdings auch in dieser Region ein Exot. Das winzige Land ist Mitglied des Commonwealth, man spricht Englisch, fährt Landrover und von den Geldscheinen grüßt die (ausgesprochen junge) Queen. Die Maya sind in der Minderheit und das Straßenbild wird von weißen Nemoniten (im Norden) oder schwarzen Garifuna (im Süden) bestimmt.

Neben dieser ungewöhnlichen Gesellschaft sind es die Naturschönheiten die Belize reizvoll machen, die meisten davon auf Inseln, unter Wasser oder unter der Erde.

Am Limit

Am Limit

Wir bekommen das Wasser allerdings zuerst einmal von oben, hier regnet es noch heftiger und ausdauernder als selbst auf Yucatan. Einige Strassen sind gesperrt und manche Höhle ist geflutet, auf eine der Inseln zu fahren ergibt unter diesen Umständen auch wenig Sinn.

Wir verkriechen uns vier Tage lang in Hopkins, einer Garifuna-Fischersiedlung am Karibik –Strand südlich von Gangriga, die zum ersten Mal auf der Reise auch wirkliches Karibik-Flair aufkommen lässt. Leider ist das Wetter alles andere als karibisch, nur morgens scheint für ein paar stunden die Sonne. Und dies reicht leider nicht um unsere Klamotten, die nun schon seit ein paar Tagen regelmäßig gewässert werden, zu trocknen. Die ganze Kleidung ist klamm und feucht – vom Aroma ganz zu schweigen – und naseweis sind unsere beiden Fahranzüge auch mit Abstand quasi am herausstechensten.

Doch für alle Motorrad-Angelegenheiten gibt es in Hopkins nur eine Anlaufstelle: Emma und ihr Motorradverleih! Sie hilft nicht nur bei Kleidungsfragen, ihre Alternate-Adventures  http://www.alternateadventures.com haben auch sonst viel zu bieten.

Top-Werbung!

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Wer das selbstgemachte Plakat im Showroom sieht kann eigentlich nicht anders als sich sofort auf die Enduro zu schwingen, oder? (für die Werbeleute unter uns: so wird Motivation erzeugt! 😉 ) Auf die Frage, wie ein schwedisches Mädel dazu kommt sich in einem 1000Seelen-Fischerdorf mit nur einer, nicht mal geteerten, Strasse mit einem Motorradverleih selbstständig zu machen, bekomme ich verblüffend ergreifend Antwort. Nachdem sie fast zwei Jahre im Hinterland, ohne Strom und Telefon, gelebt hat ist ihr Hopkins „Stadt“ genug und wenn ihre Gäste von einer Dschungeltour zurückkehren, glücklich und über beide Ohre grinsend, das macht auch sie glücklich. So einfach kann manch eine(r) restlos zufrieden sein!

Trudie dagegen (ich nenn sie mal so, ihren richtigen Namen kann sich keiner merken :-)) schimpft jeden Abend wie ein Rohrspatz. Vor Jahren wollte sie schon den Tresenjob an den Nagel hängen, doch immer noch schließt sie jeden Tag um 16oo die zu unserer Unterkunft gehörende Treetop-Bar auf. Trotzdem sprüht sie vor guter Laune und erzählt uns, vollkommen frank und frei, über das Leben in Belize. Das ist weitaus interessanter als das restliche Nightlife von Hopkins. In Belize schließen die Bars spätestens um 24 Uhr und die drei hier vor Ort bilden da keine Ausnahme. Selbst das Drumming, für das Hopkins berühmt ist, ist bereits kurz nach Einbruch der Dunkelheit beendet und Trubel auf der Strasse gibt es nur kurz wenn der Schulbus ankommt. Eigentlich gefällt uns die relaxte Atmosphäre, hier gibt’s keine Zäune oder Wachmänner, die Autos stehen offen auf der Strasse und die Rastamänner tragen ihren Teil zum Feeling bei (unsere neue Standard-Verabschiedung seit Belize ist „I´ll go this way, maaaaaaan!“ :-D).

Aber Belize ist ein teures Pflaster, die Strände am Festland sind nur mäßig (da hat Mexico deutlich mehr zu bieten) und die meisten Sehenswürdigkeiten aktuell immer noch wegen des Hochwasser geschlossen bzw. nicht erreichbar. So beschließen wir nach nur fünf Nächten diesem ruhigen und ungewöhnlichen Eckchen Lebwohl zu sagen.

Der Hummingbird-Highway...

Der Hummingbird-Highway…

Wenigstens zur Verabschiedung zeigt sich die Sonne zwischen den Wolken und wir können tatsächlich den Hummingbird-Highway (DIE Motorradstrecke in Belize!) noch einmal trocken genießen, bevor wir uns einem Land zuzuwenden das zwar mehr schöne Strecken zu bieten hat, aber vorwiegend eher durch zwiespältige Reverenzen auffiel – Guatemala!

Doch das wird eine andere Geschichte…

Weitere Bilder nun unter https://moppedrun.wordpress.com/aussichten/zentralamerika/

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Ein Kommentar zu “Adios Nordamerika

  1. Greeting from Belize!!! Glad to hear you made it through the Darien Gap! Pretty brave of you guys I have to say. Good luck with your espanol stidies and hope to see you back in Belize one day.

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