Die Fiesta und der Fürst der Finsterniss

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2013/11/02 von Jörn

Die viertägige Motofiesta in Leon, eines der größten Biketreffen im Land, lässt sich am Besten mit einer Mischung aus Club-Treffen und Motorrad-Messe vergleichen. Auf dem Außengelände der Hahnenkampf-Arena finden sich um die 10.000 Biker ein um Marktstände, Konzerte, Stuntshows und vor allem sich selbst zu bestaunen. Ein Saufgelage entsteht nicht, Michelada, eine Mixtur aus Bier, Limetten, Maggi und Chilli wird zwar in Literbechern ausgeschenkt, aber und die meisten Biker fahren nachts brav zu ihren Hotels zurück. auf höchsten 1000 Bikes ;-)Das Ganze gleicht eher einem Familienfest auf zwei Rädern, kommen doch viele mit der kompletten Sippschaft angerollt. Egal ob auf US-amerikanischem Eisen oder einheimischer 125er; Vater, Mutter und die Kinder (durchaus bis zu 3) werden aufs Bike gepackt und nach Leon geschaukelt.

Wir begleiten Uli, stilecht mit Harley, und Ale, stilsicher ohne Helm, zur Fiesta und je näher wir dem Gelände kommen desto mehr füllen sich die Strassen mit Motorrädern. Wir staunen über die bunte Mischung aus Superbikes, Choppern, Leichtkrafträdern, Trikes und Fahrzeugkonstruktionen für die es im Deutschen keinen Namen gibt.

Kupplung und ...Mein eindeutiger Favorit bleibt allerdings ein Rat-Bike, zusammengeschustert aus mehreren Rahmen(!) und Motorradteilen, von denen die allermeisten allerdings keinerlei Funktionen erfüllen außer einfach DA zu sein. Eine sinnlose Lambdasonde ist genauso dabei wie ein Zusatz-Kupplungsblock ins Leere, Höhepunkt eindeutig jedoch der zweite freihängende Zylinder, der dem chinesischem Eintopf ein amtliches V2-Outfit verleiht- selbstverständlich inklusive gefakter 1300ccm Markierung.

Wir verbringen drei Tage auf der Fiesta und werden, unserem Exotenstatus gerecht, ausgiebigst bestaunt und öfters sogar fotografiert (was erst nachlässt als wir einen Hut aufstellen und pro Bild 10 Pesos verlangen 😉 ). Aber die mexikanischen Biker sind

NEIN- es regnet NEIMALS in Leon!knuffig und spätestens als Samstagabend ein kräftiger Regen einsetzt (es regnet nie in Leon, niemals!) und alle schutzsuchend im Trockenen zusammenrutschen haben wir einige neuen Freunde gefunden. Leider haben wir Maarten hier verpasst, er hat einen engeren Zeitplan (bis Februar nach Uruguay) und einige „persönliche“ Dinge zu klären und fährt uns nun voraus. Hey du Schmettterlink, du macht das alles schon richtig! Keep the rubberside down!

Auch wenn die Hälfte der Besucher am Sonntagnachmittag schon abgereist ist, SONY DSCdie verbleibenden 5000 gehen kollektiv mit auf die einstündige Rundfahrt durch Leon und machen diese zur einen einzigartigen Erlebnis. Bis zum Horizont Gefährte ohne Auspuff, auch die Fahrern verzichten meist auf den Helm, doch Masken werden gerne genommen. Die Strassen sind gesäumt mit jubelnden Zuschauern, deren Stimmung noch weiter aufbraust wenn im Korso 5-jährige Mädels auf ihren Mini-Bikes vorbeisausen.

aufsitzen!Auch wir werden kollektiv eingespannt und außer dem Haushund „Hund“ schwingen sich alle Mitglieder unserer Gastfamilie für die Rundfahrt auf. Schwiegermutter, Tochter und sogar der Enkel genießen den Rummel von unseren Soziusplätzen aus, natürlich helmfrei. 🙂 Mehr Bilder wie immer unter https://moppedrun.wordpress.com/aussichten/usa-mexico/

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Der Fürst der Finsternis

Foro Sol, DF, Mexico, 26.10.2013, Black Sabbath „13“-Tour: Um die Spannung ein bisschen rauszunehmen – und den Neidfaktor gleich zu Beginn zu erhöhen (besonders im Odenwald 😉 ): Black Sabbath rocks heavy like hell! Der Prince Of Motherfucking Darkness und sein zweifingeriger Gittarist machen Alles richtig und überzeugen auf ganzer Linie, starten durch mit alten Krachern, aber sounden dabei frisch wie nie zuvor. Weder Himmel noch Hölle müssen beschworen werden, damit über 40.000(!) Kehlen ab der ersten Sekunde „Generals gathered in their masses, Just like witches at black masses “ mittönen. Selbst die Gitarren-Soli werden lauthals mitgeschmettert.

„Black Sabbath“, Seele und Keimzelle aller Schwergewichts- Klänge wird als düsterer sternenloser Monolith auf die Bühne gestellt, selbst „Snowblind“ wird entstaubt und durch die Boxen geblasen – fünf von sechs gespielten Songs sind älter als der Großteil des Publikums, dies zeigt welche Magie noch immer in der Musik der Urmutter aller Metalbands steckt. Der älteste Hexentanz der Rockgeschichte braucht zwischen den einzelnen Songs zwar ein paar Sekunden Verschnaufpause, aber die Wucht mit der die vier Britten ihre finsteren Kompositionen vortragen, ganz locker aus dem Handgelenk, sucht sicherlich ihres Gleichen. Guter Sound und eindrucksvolle Video-Einspieler tragen ihres zum gelungenen zweistündigen Konzerterlebnis bei… außerdem ist es ein nicht unbedeutender Gebnußvorteil, wenn man selbst einen Kopf größer als der Rest der Besucher ist :-). Leider keine Fotos, aber vielleicht hilft euch dies ja weiter: http://www.youtube.com/watch?v=ZW9UucgVs0s

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Ein Kommentar zu “Die Fiesta und der Fürst der Finsterniss

  1. Niamh sagt:

    Du hast vergessen zu erwähnen, dass du an dem Abend „Dave Mustaine“ warst 🙂

    Gefällt mir

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