Peter, Antonio und Carlos fahren in den Betrieb.

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2013/09/30 von Jörn

Mein Vater verkauft gebrauchte Autos in der Stadt. Deine Mutter…

Mit solchen und ähnlichen Dreiwort-Sätzen verbringen wir gerade den Großteil unserer Zeit, doch zuerst zurück Anfang der letzten Woche:

Im Süden der Baja

Irgendwo hinter Cocos Corner durchsticht die Piste das Küstengebirge und flugs sind wir wieder auf der Schnellstrasse No.1 der Nation. Und solange diese auf der Ost-Seite der Baja bleibt sind Strasse wie Landschaft wie aus dem Katalog bestellt.

Bikers dream

Bikers dream

Allerdings pendelt die „1“ im Zickzack zwischen den großen Siedlungen der beiden Küsten hin und her, dh immer wieder wird die Pazifikseite durchfahren, grau der Himmel, genauso wie der topfebene Boden, nur ein paar knorrige kleine Büsche stemmen sich trotzig gegen den ständigen Wind. Ab und zu wirft ein Tecate-Bierlaster einen feuerroten Klecks ins Eintönige. Meist geht es schnurgeradeaus  (kein Knick, keine Bodenwelle über teilweise mehr als 40 km!!), so dass wir uns den Einheimischen anpassen und die Esel laufen lassen (mit 80 hält das keiner aus). Erst in Mulegé, hübsch im Palmenhain an einem Flussdelta gelegen, erreichen wir wieder die Cortez-See. Grün und blau- welche Wohltat für die Augen. Doch auch das Paradies hat seinen Hinterhof- in den letzten Jahren sind 5 Hurrikans über diese Gebiet gezogen, der letzte erst 2009. Noch immer sind die Schäden nicht alle beseitigt, selbst die Strandpromenade gleicht noch mehr einem Feldweg statt einem Boulevard. Aber wir sind nicht zum Flanieren hier. In der Bucht treffen sich angeblich, entsprechende Langeweile vorausgesetzt, einige Walhaie an einer bestimmten Stelle um sich exklusiv von Touristen beschmusen zu lassen. Außerdem agiert hier ein Divemaster der diese Stelle kennt und dort, fast vollkommen selbstlos, Walhai und Schnorchler zusammenbringt. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen! Doch ist das Büro geschlossen- es weilt der Meister zurzeit für eine Woche in den USA- unerfreulicherweise müssen somit die Walhaie wieder ungeknuddelt nach Hause schwimmen. Doch aus der Durchreiche neben dem geschlossenen Tauchbüro verkauft die Familie des Meisters die –laut Eigenwerbung- beste Pizza der ganzen Baja (ich denke das ganze Wal-Trara ist sowieso nur ne Marketingkampagne um die Teigfladen an den Man zu bringen!).

Ausgehtipp für Mulegè: ...

Ausgehtipp für Mulegè: …

Die Pizza selbst wird ihrem Ruf aber gerecht, wir sitzen auf der Terrasse, beobachten das abendliche Dorfgeschehen. Wir bleiben fast die einzigen Gäste und so findet sich Zeit mit den Damen über das Reisen, die wichtigen Dinge im Leben und Passionen zu plauschen, die bei dieser Gelegenheit überraschend ihren Hang zu Klassischer Musik und Rammstein outen! Es sind genau diese vollkommen zufälligen und überraschenden Begegnungen die dieser Art des Reisens einen kleinen Sahneklecks hinzufügen.Schon wieder!

Zwischen Mulegé und Puerto Escondido wirft die Ostküste noch mal Alles ins Rennen um den Reisenden die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestallten (Tipp!), die restlichen 350 km am Westrand bis nach La Paz durchfahren wir jedoch wieder ohne anzuhalten.

Hier, am unteren Ende der Baja, bilden San Cabo de Lucas -mit dem Flughafen- und La Paz -der Fährhafen- die Eckpfeiler eines reinen Urlaubsgebiets, der touristischste Bezirk der ganzen Halbinsel. Aber es ist gerade noch Nebensaison (und immer noch furchtbar heiß!), so haben zwar schon alle Läden geöffnet, aber es sind noch sehr überschaubare Mengen an Menschen unterwegs. Uns gefällt La Paz -und die Umgegend – ganz gut und da wir viel zu erledigen haben (Kofferträger reparieren, Fahrzeuge einführen, Fähre buchen, Festlandsreise planen) beschließen wir gleich für mehrere Tage Quartier zu beziehen.

Die Zollabfertigung der Kräder geschieht im Fährhafen Pichilingue und ist, nach unseren üblichen Orientierungsschwierigkeiten, recht schnell erfolgreich erledigt: dies kopieren, hier bezahlen, dort unterschreiben- das wars! Ein kurzer Hinweis „Tecate hat uns nach Ensenada und die uns dann hierher geschickt“ reicht aus damit die sehr freundliche und gut Englisch sprechende Beamtin uns die nötigen Papiere ohne weiteres aushändigt, muy bien.

Iss mich, trink mich…

Nun haben wir den Papierkram erledigt und könnten im Grunde aufs Festlands-Mexico wechseln, doch das Wetter im Hochland ist recht schlecht und die Aussicht noch ein paar Tage am Meer zu verbringen einfach zu verlockend. Aber wir wollen die Zeit nicht sinnlos verjubeln. Unser „Nicht-Spanisch“ wird immer mehr zum limitierenden Faktor und so ersuchen wir die einzige Sprachschule vor Ort (das macht die Auswahl einfach ;-)) um ein paar Nachhilfestunden. Tatsächlich können wir, ganz ad-hoc, bereits tags darauf drei Probe-Schultage einlegen. Wir sind quasi die einzigen Sprachschüler, doch nutzt die Rektorin die Off-Season um ihren eigenen Lehrernachwuchs zu schulen, und so kommen wir in den merkwürdigen Genuss mit nur zwei Schülern ganzen DREI Lehrern gegenüber zu sitzen. Die machen ihre Sache aber absolut überzeugend und sehr auf uns zugeschnitten, wir beschließen daher noch eine komplette „Spanisch für Dummies“-Woche dranzuhängen. Aber es gibt schlimmere Ecken auf der Welt um sich mit Dreiwortsätzen zu quälen ;-).

Seelöwen sind Seelöwekeine Walhaie, immerhin ist die Robben-Kolonie auf einer vorgelagerten Insel aber „handzahm“ und zwischen den Inseln duckt sich in nur 3m Tiefe ein Mini-Korallenriff in der Strömung. Das sind schon ausreichend Gründe ein Boot zu besteigen und einen Ausflug dorthin zu buchen. Ein paar neugierige Exemplare kommen auch von ihrem Fels und umschwimmen die „Neoprenfische“. Das ist schon putzig, aber die Robben halten immer ein-zwei Meter Sicherheitsabstand. Schade. Deutlich beeindruckender finde ich den folgenden Schnorchelgang am Riff. Anstrengend (wg kräftiger Strömung) aber wirklich ziemlich irre! Rein ins Wasser und sofort mitten in der Fischsuppe. Unten befindet sich, ganz entgegen dem ersten Eindruck, keine Seegraswiese sondern ein wogender riesiger Schwarm kleiner Fische, der vollkommen geschlossen über den Boden „fließt“ und nur auseinanderspritzt und blitzartig Lücken auflässt wenn eine der Ohrenrobben abtaucht und sich ein Frühstück holt – ziemlich cool!Fis

Von jetzt an werden wir noch ein paar Tage die Schulbank in La Paz drücken, es wird also nur wenig Neues zu berichten sein. Ich werde jedoch versuchen die Zeit nach den Hausaufgaben 😉 zu nutzen den Blog zu aktualisieren (Technikteil, Grenztipps & herausragende Unterkünfte) sowie endlich mal ein paar mehr Bilder online zu stellen. Einige Fotos sind bereits hochgeladen, wer sie noch nicht entdeckt hat darf gerne (& immer wieder, es wird ständig erweitert) unter in den „Aussichten USA & Mexiko“ durch die vorhandene Galerie blättern. tbc…

Hasta luego!

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